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COVID-19: Häufig gestellte Fragen

ProCert schlägt zwei neue FAQ-Abschnitte "COVID-19" und "COVID-19 GFSI" vor, die den am häufigsten gestellten Fragen zu den von der GFSI anerkannten Standards und anderen Standards gewidmet sind. Diese Zusammenstellung kann jederzeit den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden (Stand 1. April 2020).

Um die vielen Fragen zu beantworten, die unsere Kunden im Zusammenhang mit der aktuellen COVID-19-Krise haben, haben wir zwei neue FAQ-Rubriken "COVID-19" und "COVID-19 GFSI" geschaffen, die sich mit COVID-19 und seinen Folgen in den verschiedenen Bereichen der Zertifizierung befassen.

Diese Abschnitte werden regelmäßig entsprechend der Entwicklung der Situation und nach den von den verschiedenen offiziellen Stellen getroffenen Entscheidungen aktualisiert.

Das Fernaudit als echte Alternative

Als Folge der aktuellen Krise mit dem Coronavirus sind die direkten Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und die Durchführung von Audits vor Ort erweisen sich als schwierig oder gar unmöglich. Da bieten sich Fernaudits als die Lösung an.

Eine rasche Rückkehr zur Normalität ist nicht zu erwarten. Eine Vielzahl von Audits werden verschoben oder annulliert. Das muss nicht sein: es können Fernaudits durchgeführt werden. 

Für alle Standards möglich?

Alle Standards erlauben diesen Weg, ausser IFS, BRC GS Food und FSSC 22000.

Wie geht das konkret?

ProCert hat die Organisation und Durchführung von Fernaudits im Leitfaden zur Zusammenarbeit und weiteren Weisungen festgehalten. Der Leitfaden zur Zusammenarbeit steht allen Kunden im Bereich Managementsysteme im ProCert Portal zur Verfügung. 


ProCert bietet für Kunden kostenlose Infowebinare an (siehe Webinare

Für weiterführende Informationen stehen den Kunden die Kontaktpersonen, die Programmleiter und die Martkdirektoren von ProCert zur Verfügung.

FSSC Version 5 - Zusätzliche Anforderungen

FSSC hat zusätzliche Anforderungen zu ISO 22000:2018 genehmigt und bearbeitet, die mit dem V5-Protokoll obligatorisch sind.

Für die Kategorien (C, D, I, G und K) der Lebensmittelkette

Genehmigung von Lieferanten im Notfall

Zusätzlich zur Anforderung 7.1.6 "Steuerung von extern bereitgestellten Prozessen, Produkten oder Dienstleistungen" der ISO 22000:2018 muss die Organisation über ein Verfahren für die Beschaffung in Notfallsituationen verfügen, um sicherzustellen, dass die Produkte immer den spezifizierten Anforderungen entsprechen und dass der Lieferant bewertet wurde.

Interpretation: Beispiele für Notfallsituationen sind die Unterbrechung der Versorgung eines Lieferanten mit einem Rohstoff, wobei die Organisation in diesem Fall von einem anderen Lieferanten beschaffen muss, der nicht nach den Standardverfahren genehmigt wurde.

Das Notfallbeschaffungsverfahren muss in der Lage sein, das Risiko einer solchen Beschaffungzu bewerten und angemessene Beherrschungsmaßnahmen vorzuschlagen, um dieses Risiko zu mindern. Solche Maßnahmen können u.a. folgendes umfassen, sind aber nicht beschränkt auf

  • Vertiefte Wareneingangsprüfungen Einfordern von detaillierteren Analyseberichte
  • Durchführung von Probenahmen für weitere Analysen
  • Anwendung von detaillierten und formell akzeptierten   Spezifikationen
  • Einfordern des Nachweises der Zertifizierung durch eine Drittstelle

Für die Kategorie I (Verpackungen) der Lebensmittelkette

Zusätzlich zur Anforderung 8.5.1.3 "Eigenschaften der Endprodukte“ der ISO 22000:2018 muss die Organisation spezifische Anforderungen identifizieren, wenn die Verpackung verwendet wird, um dem Lebensmittel eine funktionelle Wirkung zu verleihen (z.B. Verlängerung der Haltbarkeit des Produkts).

Für die Unterkategorie CI - Verarbeitung verderblicher Lebensmittel tierischen Ursprungs

Versorgung mit Tieren, Fisch und Meeresfrüchten

Zusätzlich zur Anforderung 9.2 der ISO/TS 22002-1:2009 muss die Organisation eine Richtlinie für die Lieferung von Tieren, Fisch und Meeresfrüchten festlegen, die der Kontrolle verbotener Substanzen wie Pharmazeutika, Tierarzneimitteln, Schwermetallen und Pestiziden unterliegen.

Inspektion von Tieren

Zusätzlich zur Anforderung 10.1 der ISO/TS 22002-1:2009 muss die Organisation besondere Anforderungen an die Inspektion während der Unterbringung im Stall und/oder Ausweidung der Schlachtkörper haben, um sicherzustellen, dass die Tiere für den menschlichen Verzehr geeignet sind.

Zeit und Temperatur nach der Schlachtung

Zusätzlich zur Anforderung 16.2 der ISO/TS 22002-1:2009 muss die Organisation über spezifische Anforderungen verfügen, welche die Zeit nach der Schlachtung und die Temperatur in Bezug auf das Kühlen oder Einfrieren der Produkte definieren.

FSSC 22000 Version 5 - Wichtige Änderungen

Mit der neuen Version 5 von FSSC 22000 gibt es einige wichtige Änderungen. Wir fassen Ihnen die wichtigsten Punkte hier zusammen.

Zwingende Frist von 90 Tagen für Korrekturen

Neu müssen die Korrekturen zwingend innert 90 Tagen nach dem Audit abgearbeitet sein. Die Nachweise dazu müssen ins ProCert Portal hochgeladen werden. Bei einer Nichteinhaltung dieser Frist sind wir gemäss FSSC angehalten, das Zertifikat zu suspendieren.

Verfahren bei kritischen und schwerwiegenden Nicht-konformitäten

  • Bei einer bestätigten kritischen Nicht-Konformität muss das Zertifikat umgehend für maximal 6 Monate suspendiert werden. Ein Nachaudit ist zwingend zu planen.
  • Bei schwerwiegenden Nicht-Konformitäten müssen die Korrekturmassnahmen innert 28 Tagen umgesetzt sein, mit einem möglichen Audit vor Ort. Falls diese Frist von maximal 28 Tagen nicht eingehalten wird, muss das Zertifikat suspendiert werden.

Neue Anforderungen mit ISO 22000:2018 zur Thematik interessierte Kreise

Bei Interpretationsprobleme zur neuen ISO 22000:2018: wir haben für unsere Kunden einige Beispiele zur Thematik der interessierten Kreise in das ProCert Portal hochgeladen.

Informationspflicht innert 3 Arbeitstagen

Die Kunden haben uns über alle Änderungen in Ihrer Organisation zu informieren. In der Vergangenheit waren dies nur Punkte im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit.

Neue Richtlinien BIO SUISSE 2020

Es gibt nur wenig Änderungen.

Die neuen BIO SUISSE Richtlinien 2020 finden Sie unter folgendem Link.

Änderungen gab es unter anderen in folgenden Bereichen:

  • Kennzeichnung: Neu Herkunftsangabe bei Fisch und Aquakulturen bei einem Anteil ≥10% in der Zusammensetzung
  • Nahrungsergänzungsmittel (nur Monoprodukte), Säuglingsanfangsnahrung, Folgenahrung und Getreidebeikost dürfen neu unter Berücksichtigung der produktspezifischen Weisungen mit der Vollknospe ausgezeichnet werden.
  • Mikrowellendetektion für die Herstellung von Grundstoffen (Jogurt, Milchprodukte, Speiseeis und Sorbet) neu erlaubt
  • Aufnahme Kokosblütenzucker
  • Einsatz von Naturgips bei der Herstellung von Zuckerrübenpellets zugelassen
  • Aufnahme von Produkten aus und mit Hanf
  • Fermentativ aus nitrathaltigem Gemüse hergestelltes Nitrit muss gekennzeichnet werden
  • UHT-Erhitzung neu bei Kokosnusswasser zugelassen

Zur Erinnerung: Alle Lizenznehmer füllen mindestens alle drei Jahre einen Nachhaltigkeitscheck aus. Alle Infos dazu sind auf www.bio-suisse.ch.

Zur Meldung von Rückstandsfällen benutzen Sie bitte das entsprechende Formular, welches auf unserer Homepage heruntergeladen werden kann.

Neue Richtlinien Regionalmarken und neues AdR Dachreglement 2020

Ab dem 1. Januar 2020 ist eine neue Version der Richtlinien für Regionalmarken in Kraft, welche unter anderem die Grundlage für die Culinarium- und AdR-Zertifizierungen durch ProCert darstellt. Das AdR-Dachreglement wurde ebenfalls angepasst.

Die aktuellen Richtlinien in drei Sprachen finden Sie unter: www.schweizerregionalprodukte.ch.

Die allgemeinen Richtlinien plus zusätzliche Infos für Culinarium finden Sie unter: www.culinarium.ch. Auf dieser Seite ist auch das aktuelle Rezeptur- und Wertschöpfungsformular verfügbar.

Die wichtigsten Anpassungen der Richtlinien Regionalmarken:

  • Hinweis, dass die Anforderungen im Rahmen des Markenschutzgesetzes zwingend einzuhalten sind
  • Neu sind die Begriffe Produktionsstandort, Urproduzenten, Betriebszentrum und regionale Zutaten definiert
  • Die Liste der bewilligten importierten Zutaten wurde angepasst
  • Branchenspezifische Vorgaben für Hortikultur-Produkte wurden aus der Richtlinie B1 in eine eigene Richtlinie C3 ausgelagert

Im AdR-Reglement wurden folgende Anpassungen vorgenommen:

  • Eine zusätzliche Genehmigung für importierte Zutaten gemäss Liste 5.1 ist NICHT mehr erforderlich.
  • Die Liste "bewilligte importierte landwirtschaftliche Zutaten" wurde angepasst.
  • Das Zusatzdokument W7.6.9, "Vorgaben für Produzenten und Händler von AdR-Gemüsesetzlingen, Blumen und Baumschulartikeln" von 2019 wurde durch die neue Richtlinie Regionalmarke C3 ersetzt.

Das Reglement kann auf der AdR-Seite der Migros heruntergeladen werden.

Neuerungen Bio-Verordnung

Neue Weisung des BLW an die Zertifizierungsstellen zur Harmonisierung ihres Vorgehens bei Unregelmässigkeiten im Bereich Bio-Verarbeitung und Handel und Neuerungen in der Verordnung über die biologische Landwirtschaft des WBF.

Neu besteht ein für alle Zertifizierungsstellen gültiges Sanktionsreglement zur Bio-Verordnung. Das Dokument ist auf unserer Homepage verfügbar.

Neuerungen in der Verordnung über die biologische Landwirtschaft des WBF (Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung):

  • Verarbeitung: Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren und Mikronährstoffe dürfen in Lebensmitteln nur dann verwendet werden, wenn dies vom Lebensmittelrecht vorgeschrieben ist.
  • Verarbeitung: Erbsenprotein wird als Verarbeitungshilfsstoff zur Klärung von Fruchtsäften, Obstweinen und Obstessig zugelassen. Bio Heublumenpulver wird als Hilfsstoff zur Lochbildung bei der Käseherstellung zugelassen.
  • Import: in Traces wird neu ein "qualifiziertes elektronisches Siegel" eingeführt
  • Import: Länderliste / Zertifizierung und Kontrolle: Diverse Anpassungen der Listen

Zertifikatsgültigkeit angepasst

Die Zertifikate für Heumilch sind neu zwei Jahre statt nur ein Jahr gültig.

Weiterführung zusätzlicher risikobasierter Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus Kasachstan, Moldawien, Russland, Ukraine und China

Die EU Kommission hat die Guidelines ergänzt und die Laufzeit um ein Jahr verlängert. Die Guidelines gelten für die Ukraine, Russland, Kasachstan, Moldawien und China. Sendungen, die aus einem dieser Länder stammen und über ein Drittland importiert werden, müssen denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte.

Mindestens eine Probe soll von jeder dieser Sendungen gezogen werden. Die Probenahme erfolgt gemäss Weisung zum Vorgehen bei Rückständen im Bio-Bereich vom 20.11.2015.

In den Probenahmeprotokollen sollen die üblichen Angaben enthalten sein, insbesondere auch: Lot-Nummern, Nr. der Kontrollbescheinigung, Angaben zur Art der Probenahme: repräsentativ, nicht repräsentativ.

Die Proben sollen in einem akkreditierten Labor auf Pestizid-Rückstände (Wirkstoffspektrum) und auf Glyphosat untersucht werden. Das BLW kann Einsicht in die Ergebnisse nehmen.

Die Bewertung der Analysenergebnisse und das weitere Vorgehen sollen gemäss Weisung erfolgen. Ist die relevante Rückstandskonzentration kleiner als der/gleich dem Interventionswert, wird die Sendung für die Vermarktung freigegeben. Anderenfalls wird eine Ursachenabklärung eingeleitet. 

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Entwicklungen im Zusammenhang mit dem BRC Global Standard Food

Interpretation der Anforderung 1.1.2

Die Anforderung 1.1.2 verlangt die Definition und Aufrechterhaltung eines klaren Plans für die Entwicklung und kontinuierliche Verbesserung der Lebensmittelsicherheits- und Qualitätskultur, der Folgendes umfassen muss:

  • Klare und detaillierte Aktivitäten, die umgesetzt werden sollen.
  • Einbezug aller Dienstleistungen oder Funktionen des Standorts, die Auswirkungen auf die Produktsicherheit und -qualität haben.
  • Ein Aktionsplan, der festlegt, wie die Maßnahmen durchgeführt und/oder abgeschlossen werden.
  • Die Überwachung dieser Tätigkeiten, soweit sie eingerichtet sind, der Einbezug der betroffenen Personen.
  • Die Fristen für die Durchführung dieser Tätigkeiten
  • Die Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen.

Wenn der Standort während des BRC GS V8-Audits diese Anforderung nicht erfüllt, sollte die festgestellte Abweichung klassifiziert werden als:

- Schwerwiegende Nichtkonformität: wenn es keinen formalen Plan für Produktsicherheit und -qualität gibt. Ein Plan ist mehr als eine Verpflichtung oder Absichtserklärung, es ist ein Dokument, das die oben beschriebenen Punkte enthält.

- Geringfügige Nichtkonformität: wenn es einen dokumentierten Plan gibt, aber:

  • In einer nicht ausreichenden Qualität (nicht detailliert genug, ohne Fristen oder ohne klaren Aktionsplan)
  • Er umfasst nicht alle Aktivitäten (Leistungen, Funktionen) des Standorts.
  • Er ist nicht vollständig implementiert (einige Aktivitäten sind nicht implementiert oder entsprechen nicht dem geplanten Zeitplan).
  • Die Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen fehlt.

Die Anforderung 1.1.2 verlangt, dass die Standorte die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen überprüfen. Da die Umsetzung dieser Anforderung im Februar 2019 begann, ist es möglich, dass die Wirksamkeitsprüfung nicht im ersten Jahr der Zertifizierung nach Version 8 durchgeführt werden kann, so dass die Nichtumsetzung dieser Anforderung erst dann als Nichtkonformität gilt, wenn der Standort das zweite Audit nach Version 8 durchführen wird.

Korrekturen, Ursachenanalysen und Korrekturmaßnahmen, die sich aus den oben genannten Nichtkonformitäten ergeben, werden in Übereinstimmung mit Kapitel 2.3 des BRC GS Food-Protokolls gelenkt.

Neue Berechnung der Auditdauer

Ab dem 1. April 2020 muss die Dauer der Vor-Ort-Audits mit der neuen Version des Rechners übereinstimmen. Für Audits, für welche heute bereits ein Vertrag besteht für das Jahr 2020, gilt diese Regel ab dem 1. Januar 2021. Da die meisten ProCert-Kunden bereits einen Vertrag unterzeichnet haben, wird er grundsätzlich für 2021 angepasst.

Was sind die wichtigsten Änderungen?

  • Die Dauer des Audits vor Ort wird im Durchschnitt um 2 Stunden pro Standort und Jahr verlängert.
  • Wenn das Unternehmen über Produktionsbereiche mit Hochrisiko, High-Care und High-Care bei Umgebungstemperatur verfügt, muss die Dauer für jeden Bereichstyp um 2 Stunden erhöht werden.
  • Wenn das Unternehmen Handelsprodukte integriert, müssen 1 bis 2 Stunden hinzugefügt werden.

Die Regeln für Zusatzmodule bleiben unverändert.

Korrekte Deklaration von unverarbeiteten Agrarprodukten aus den Grenzzonen

In der Schweiz gibt es zahlreiche Fürchte-, Gemüse- und Kartoffelproduzenten, die einen Teil ihrer Produkte auf Flächen in den Schweizer Grenzzonen anbauen. Sie erfüllen auf diesen Flächen die Anforderungen des Schweizer Landwirtschafts- und Lebensmittelrechts. Die Produktion erfolgt auch nach Schweizer Standards (Qualität, Sozialleistungen, Pflanzenschutzvorschriften usw.) und die Produkte und Betriebe sind auch zertifiziert nach „Suisse Garantie“ und in der Regel auch nach SwissGAP. Insgesamt beträgt die landwirtschaftliche Fläche, die Schweizer Bauern in den Grenzzonen bewirtschaften rund 8‘000 ha.

In den vergangenen Monaten ist es vermehrt zu Beanstandungen seitens der Vollzugsstellen (Kantonschemiker) gekommen. Beanstandet wurde die Herkunftsdeklaration von unverarbeiteten Produkten, die in den Grenzzonen geerntet und in der Schweiz verkauft werden. Das Schweizer Lebensmittelrecht verlangt, dass bei Früchten, Gemüse und Kartoffeln, die unverarbeitet in Verkehr gebracht werden, die Angabe des Produktionslandes (= Ort der Ernte). Dies gilt auch für Produkte aus den Grenzzonen.

Zusätzlich (!) zulässig ist gemäss Markenschutzrecht hingegen die Angabe „Schweiz“ (z.B. „Suisse Garantie“) auf dem Produkt, sofern es in der Grenzzone von Schweizer Produzenten angebaut wurde.
Dies aber auch nur, wenn der Anbau auf Flächen erfolgt ist, die bereits vor 2014 von Schweizer Landwirten bewirtschaftet wurden.

Die Beanstandungen der kantonalen Stellen haben nun gezeigt, dass diese komplexen Vorschriften zu Missverständnissen bei der Deklaration dieser Produkte führten. Damit es zu keinen weiteren Beanstandungen und Sanktionen kommt, haben wir vom Bundesamt für Lebensmittel und Veterinärwesen (BLV) und von den mit kantonalen Vollzugsstellen klare Informationen über die korrekte Deklaration dieser Produkte verlangt.

Bei der Abgabe von unverarbeiteten Produkten aus den Grenzzonen an die Endverbraucher muss Folgendes deklariert werden:
• Name des Produktionslandes: Kann auch mit der amtlichen Abkürzung (DE / FR / IT / LI) angegeben werden.
• Name der Grenzzone: z.B. (Grenzzone Schweiz-Valposchiavo). Diese Ergänzung muss zwingend in Klammern angegeben werden.
Zusätzlich dürfen diese Produkte mit der Angabe „Schweiz“, einer Marke mit einem Schweizerkreuz, oder auch mit Labeln wie „Suisse Garantie“ oder „Bio-Suisse“ versehen werden.

Für den Gross- und Zwischenhandel ist wichtig, dass er stets über die Information verfügt, ob es sich m Produkte aus einer der Schweizer Grenzzonen handelt. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Produkte beim Verkauf an die Verbraucher richtig deklariert sind.
Im Offenverkauf kann die Information auch mündlich abgegeben werden, muss aber verfügbar sein. Wir empfehlen Ihnen deshalb, direkt mit Ihren Lieferanten bzw. Ihren Kunden zu vereinbaren, ab wann und wie die Angabe des Produktionsortes auf den Produkten aus den Grenzzonen umgesetzt werden soll.

Info vom Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
Bern, 9.10.2019/rm/we

Anpassung des Suisse Garantie Gestaltungsmanuals

Neu wurde festgelegt, dass das Logo auch bei transparentem Hintergrund einen Rahmen haben muss (siehe Seite 4 im Gestaltungsmanual).

Damit gilt, dass das Logo bei weissem und transparentem Hintergrund einen schwarzen Rahmen aufweisen muss. Bei einer Verwendung auf farbigem Hintergrund ist das Logo ohne Rahmen zu verwenden. 

Alle anderen Kennzeichnungsvorschriften sind unverändert.

Bitte beachten Sie weiterhin die Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2022, um das neue Logo überall einzusetzen.

Das neue Gestaltungsmanual finden Sie auf der Homepage der AMS.

Schweiz-Chile: Äquivalenzarrangement für Bio-Produkte

Die Schweiz und Chile haben ein Äquivalenzarrangement für Bio-Produkte abgeschlossen. In der Praxis bedeutet dies, dass in der Schweiz erzeugte biologische Lebensmittel ohne weitere Kontrollen in Chile vermarktet werden können. Gleiches gilt für die Vermarktung chilenischer biologischer Erzeugnisse in der Schweiz. Das Äquivalenzarrangement gilt für Bio-Produkte, welche in der Schweiz oder in den Chile erzeugt oder hergestellt, verarbeitet oder verpackt wurden. Tierische Bio-Produkte aus Chile, mit Ausnahme von Erzeugnissen der Imkerei (z.B. Honig), sind vom Arrangement ausgenommen. Produkte, welche unter das Arrangement fallen können ab sofort in TRACES abgewickelt werden.

Das Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz und der Servicio Agrícola y Ganadero Chiles haben sich auf die gegenseitige Anerkennung ihrer Standards für Bio-Produkte geeinigt. Das Arrangement wurde am 24. Juli 2019 in Bern und am 5. August 2019 in Santiago di Chile unterzeichnet. Es erleichtert den Handel mit Bio-Produkten und tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.  

Weitere Informationen entnehmen Sie der Medienmitteilung unter folgendem Link: https://www.blw.admin.ch/blw/de/home/services/medienmitteilungen.msg-id-75919.html 

Zum 1. Januar 2020 wird die Länderliste in Anhang 4 der WBF-Bio-Verordnung (SR 910.181) mit dem Eintrag von Chile erweitert werden.

Neue GLOBALG.A.P. Version 5.2

GLOBALG.A.P. hat im Februar die neue Version 5.2 des IFA-Standards (Integrated Farm Assurance) publiziert. Ab dem 1. August 2019 kann nur noch nach der Version 5.2 zertifiziert werden.

ProCert bietet die Zertifizierung für den Sub-Scope Obst & Gemüse aus dem IFA-Standard an, womit die drei Module AF (All Farm), CB (Crops Base) und FV (Fruit & Vegetables) anwendbar sind. Die Änderungen von V5.1 zu V5.2 sind nicht fundamental:

- 1 neuer Kontrollpunkt im AF-Modul betreffend nicht konformer Produkte (AF 17.1). 

- 2 neue Kontrollpunkte im FV-Modul betreffend der Kennzeichnung von Produkten entsprechend dem nationalen Lebensmittelrecht und dem Hinweise auf Allergene, sofern in der Hygiene-Risikoanalyse solche festgestellt wurden (FV 5.9.1 und FV 5.9.2). 

- Ergänzungen bei FV 5.1.1: die Hygiene-Risikoanalyse soll neu den ganzen Transport von Produkten (nicht nur betriebsintern) sowie Allergene beinhalten. 

- daneben gibt es einige Anpassungen in den General Regulations, die aber v.a. durch die Zertifizierungsstellen beachtet und eingehalten werden müssen und die Betriebe nicht direkt betreffend.

 

ProCert hat seine GLOBALG.A.P. Checkliste entsprechend angepasst und den Kunden zugestellt. Ab Juli 2019 werden die Audits nach der neuen Version durchgeführt, um sicherzustellen, dass ab dem 1. August 2019 nur noch nach Version 5.2 zertifiziert wird.

 

Die aktuellen Unterlagen können unter www.globalgap.org unter „Documents“ heruntergeladen werden.

Übergangsfrist zur Einführung des neuen IPS-Logos bis 31.12.2020

Im April 2018 wurde ein neues IP-SUISSE-Logo eingeführt wurde. Die schwarzen Punkte berühren die Linien nicht mehr.

Zusammen mit der IP-SUISSE wurde eine Übergangsfrist für bestehende Verpackungen und Werbeunterlagen bis am 31.12.2020 definiert.
Das neue Logo können Sie bei der IP-SUISSE anfordern. Bitte senden Sie das neue Gut zum Druck zur Prüfung immer an produkte@procert.ch.

Neues Brand Manual TerraSuisse

Am 6. März 2019 wurde von der Migros das neue Brand Manual TerraSuisse freigegeben.

Das neue Logo enthält auf der rechten Seite eine Kuh. Verpackungen müssen bei Neudruck angepasst werden.

Überarbeitung nationales Dachreglement "Aus der Region. Für die Region."

Das Nationale Dachreglement für das Label «Aus der Region. Für die Region.» (Weisung W7.6.1.0) wurde überarbeitet und vom Expertenteam AdR verabschiedet. Es tritt rückwirkend per 1.1.2019 in Kraft und gilt für sämtliche AdR-Produkte.

Folgende Anpassungen wurden vorgenommen:

-Eine Genehmigung ist zusätzlich für importierte Zutaten gemäss der Liste unter 5.1 erforderlich.

-Der folgende Satz wurde ergänzt: Importierte Zutaten in Halbfabrikaten mit einem Massenanteil von maximal 5% im Halbfabrikat müssen nicht bewilligt werden. Optimierungen, zum Beispiel aus Preisgründen, sind nicht zulässig.

-Die Liste "bewilligte importierte landwirtschaftliche Zutaten" wurde angepasst. Die Bewilligungen wurden verlängert und verschiedene Zutaten wurden ergänzt.

-Neu bestehen Vorgaben für Produzenten und Händler von AdR-Gemüsesetzlingen, Blumen und Baumschulartikeln (Zusatzdokument W7.6.9).

Das Reglement kann bei der Migros oder bei uns angefordert werden. In Zukunft kann es auch auf der AdR-Seite der Migros heruntergeladen werden.

Zusätzliche risikobasierte Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus Kasachstan, Moldawien, Russland, Ukraine und China

Die EU Kommission hat die Guidelines ergänzt und die Laufzeit wieder um ein Jahr verlängert„ Die Guidelines gelten für die Ukraine, Russland, Kasachstan und neu auch für Moldawien und China. Sendungen, die aus einem dieser Länder stammen und über ein Drittland importiert werden (häufig: Türkei), müssen denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte.

Die wichtigsten Punkte unseres Konzeptes für die Schweiz fassen wir hier für Sie kurz zusammen:
1. Die Guidelines gelten für das Jahr 2019 und bis auf Widerruf darüber hinaus.
2. Rechtlicher Charakter: Unsere Vorgaben sind als (dringende) Empfehlung zu verstehen. Die Empfehlungen können zu einem späteren Zeitpunkt als Weisung weiterentwickelt werden.
3. Dokumentenprüfung: Vor der Vermarktung muss eine komplette Dokumentenprüfung über die gesamte Handelskette durchgeführt werden.
4. Probenahmen: Die Importeure dürfen selbst die erforderlichen Proben ziehen.
5. Weiterleitung der Kontrollbescheinigung:


BLW und Agroscope haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei Ihnen über die getätigten Importe zu informieren und die entsprechenden Dokumente nachzufragen.

Mindestens eine Probe soll von jeder dieser Sendungen gezogen werden. Die Proben sollen in einem akkreditierten Labor auf Pestizid-Rückstände (Wirkstoffspektrum) und auf Glyphosat untersucht werden.

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Generell: Zur Meldung von Rückstandsfällen benutzen Sie bitte das entsprechende Formular, welches auf unserer Homepage heruntergeladen werden kann

Neue Richtlinien Regionalmarken 2019

Ab dem 1. Januar 2019 ist eine neue Version der Richtlinien für Regionalmarken in Kraft, welche unter anderem die Grundlage für die Culinarium- und AdR-Zertifizierungen durch ProCert darstellt.

Die aktuellen Richtlinien finden Sie unter: www.culinarium.ch.

Auf dieser Seite ist auch das neue Rezeptur- und Wertschöpfungsformular verfügbar.

Anpassungen gab es hauptsächlich im Bereich Halbfabrikate.

Das neue AdR-Dachreglement ist noch in Arbeit, wird jedoch in Kürze erwartet.

Neue Richtlinien BIO SUISSE 2019

Es gibt einige Neuerungen.

Die neuen BIO SUISSE Richtlinien 2019 finden Sie unter folgendem Link.

Wichtige Änderungen: Die Vorgabe, dass ab 10% einer landwirtschaftlichen Zutat das spezifische Land angegeben werden muss, ist mit der Änderung des neuens Lebensmittelgesetzes erschwert umsetzbar. Bio Suisse legt neu den Fokus auf die Auslobung der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs aus Schweizer Herkunft. Die neue Publikation des FiBL über die Kennzeichnung biologischer Lebensmittel finden sie hier.

Nahrungsergänzungsmittel (nur Monoprodukte) sowie Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung dürfen neu mit der Vollknospe ausgezeichnet werden.

Zur Meldung von Rückstandsfällen benutzen Sie bitte das entsprechende Formular, welches auf unserer Homepage heruntergeladen werden kann.