News

Info zum Einsatz von Bio‐Melasse und zur Zertifizierung von Mineral‐ und Ergänzungsfuttermitteln (Betriebsmittellistenprodukte)

Neuerungen im Bereich Biofutterproduktion:

1. Einsatz von Bio‐Melasse ab 2021

Konventionelle Melasse darf ihm Rahmen der 1 % Regelung dann eingesetzt werden, wenn sie nicht in biologischer Form verfügbar ist (VO 910.181: Art. 4b Absatz d). Da die Zuckerfabrik Frauenfeld mittlerweile genügend Biomelasse zur Verfügung hat und auch unter dem Jahr liefern kann, muss ab 2021 Biomelasse eingesetzt werden. Die Biomelasse der Zuckerfabrik Frauenfeld ist knospe‐zertifiziert und entspricht damit auch den Anforderungen von Bio Suisse. Diese Melasse wird auch in der Wiederkäuerfütterung zum Inlandanteil gerechnet.
Diese Regelung gilt für alle Futtermittelhersteller in der Schweiz. Im Jahr 2021 darf die eingesetzte Melasse mengenbilanziert werden, das heisst, die in den Produkten für Bio‐Betriebe in der Mühle eingesetzte Menge muss in Bio Qualität bezogen werden. Ab 2022 muss definitiv Biomelasse im Bio‐ bzw. Hilfsstoffknospeprodukt sein, auch in den im Ausland hergestellten, importierten Produkten.

2. Zertifizierung von Betriebsmittellisten‐Produkten (BML‐Produkte)

Zertifizierungspflicht

Ab dem 1.1.2021 besteht eine Zertifizierungspflicht von Mineral‐ und Ergänzungsfuttermitteln nach Bio‐Verordnung. Betroffen sind alle Futtermittel, die einen organischen Anteil haben, also mindestens eine Zutat landwirtschaftlicher Herkunft enthalten (was als Zusatzstoff registriert ist, zählt nie dazu, auch wenn er organisch ist oder organische Anteile hat).

Die Zertifizierungspflicht wird vom BLW ausgesprochen. Bio Suisse verlangt aktuell keine Knospe‐Zertifizierung. Bio Suisse verlangt weiterhin die Anmeldung der Produkte beim FiBL Futtermittelteam für die Betriebsmittelliste und die Einhaltung der Bio Suisse Richtlinien.

Anmeldung bei den Kontrollstellen

Damit alle Ergänzungsfuttermittel und Mineralstoffe mit organischen Anteilen ab dem 1.1.2021 zertifiziert sind, müssen die Produkte dieses Jahr noch kontrolliert und zertifiziert werden. Betroffen sind:

‐ Schweizer Firmen, die Futtermittel selber herstellen.

‐ Schweizer Firmen und private Verkäufer, die Futtermittel aus dem Ausland importieren: Sie brauchen eine Zertifizierung als Importeur von Bioprodukten. Die importierten Produkte brauchen ein Bio‐Zertifikat der Lieferfirma.

‐ Ausländische Firmen: Die importierten Produkte brauchen ein Bio‐(Import)‐Zertifikat der Lieferfirma.

Zusätzliche Infos finden Sie im Infobrief Juni 2020 vom FiBL.

Neuerungen Bio-Verordnung

Neue Weisung des BLW an die Zertifizierungsstellen zur Harmonisierung ihres Vorgehens bei Unregelmässigkeiten im Bereich Bio-Verarbeitung und Handel und Neuerungen in der Verordnung über die biologische Landwirtschaft des WBF.

Neu besteht ein für alle Zertifizierungsstellen gültiges Sanktionsreglement zur Bio-Verordnung. Das Dokument ist auf unserer Homepage verfügbar.

Neuerungen in der Verordnung über die biologische Landwirtschaft des WBF (Eidg. Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung):

  • Verarbeitung: Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren und Mikronährstoffe dürfen in Lebensmitteln nur dann verwendet werden, wenn dies vom Lebensmittelrecht vorgeschrieben ist.
  • Verarbeitung: Erbsenprotein wird als Verarbeitungshilfsstoff zur Klärung von Fruchtsäften, Obstweinen und Obstessig zugelassen. Bio Heublumenpulver wird als Hilfsstoff zur Lochbildung bei der Käseherstellung zugelassen.
  • Import: in Traces wird neu ein "qualifiziertes elektronisches Siegel" eingeführt
  • Import: Länderliste / Zertifizierung und Kontrolle: Diverse Anpassungen der Listen

Weiterführung zusätzlicher risikobasierter Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus Kasachstan, Moldawien, Russland, Ukraine und China

Die EU Kommission hat die Guidelines ergänzt und die Laufzeit um ein Jahr verlängert. Die Guidelines gelten für die Ukraine, Russland, Kasachstan, Moldawien und China. Sendungen, die aus einem dieser Länder stammen und über ein Drittland importiert werden, müssen denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte.

Mindestens eine Probe soll von jeder dieser Sendungen gezogen werden. Die Probenahme erfolgt gemäss Weisung zum Vorgehen bei Rückständen im Bio-Bereich vom 20.11.2015.

In den Probenahmeprotokollen sollen die üblichen Angaben enthalten sein, insbesondere auch: Lot-Nummern, Nr. der Kontrollbescheinigung, Angaben zur Art der Probenahme: repräsentativ, nicht repräsentativ.

Die Proben sollen in einem akkreditierten Labor auf Pestizid-Rückstände (Wirkstoffspektrum) und auf Glyphosat untersucht werden. Das BLW kann Einsicht in die Ergebnisse nehmen.

Die Bewertung der Analysenergebnisse und das weitere Vorgehen sollen gemäss Weisung erfolgen. Ist die relevante Rückstandskonzentration kleiner als der/gleich dem Interventionswert, wird die Sendung für die Vermarktung freigegeben. Anderenfalls wird eine Ursachenabklärung eingeleitet. 

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Schweiz-Chile: Äquivalenzarrangement für Bio-Produkte

Die Schweiz und Chile haben ein Äquivalenzarrangement für Bio-Produkte abgeschlossen. In der Praxis bedeutet dies, dass in der Schweiz erzeugte biologische Lebensmittel ohne weitere Kontrollen in Chile vermarktet werden können. Gleiches gilt für die Vermarktung chilenischer biologischer Erzeugnisse in der Schweiz. Das Äquivalenzarrangement gilt für Bio-Produkte, welche in der Schweiz oder in den Chile erzeugt oder hergestellt, verarbeitet oder verpackt wurden. Tierische Bio-Produkte aus Chile, mit Ausnahme von Erzeugnissen der Imkerei (z.B. Honig), sind vom Arrangement ausgenommen. Produkte, welche unter das Arrangement fallen können ab sofort in TRACES abgewickelt werden.

Das Bundesamt für Landwirtschaft der Schweiz und der Servicio Agrícola y Ganadero Chiles haben sich auf die gegenseitige Anerkennung ihrer Standards für Bio-Produkte geeinigt. Das Arrangement wurde am 24. Juli 2019 in Bern und am 5. August 2019 in Santiago di Chile unterzeichnet. Es erleichtert den Handel mit Bio-Produkten und tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.  

Weitere Informationen entnehmen Sie der Medienmitteilung unter folgendem Link: https://www.blw.admin.ch/blw/de/home/services/medienmitteilungen.msg-id-75919.html 

Zum 1. Januar 2020 wird die Länderliste in Anhang 4 der WBF-Bio-Verordnung (SR 910.181) mit dem Eintrag von Chile erweitert werden.

Zusätzliche risikobasierte Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus Kasachstan, Moldawien, Russland, Ukraine und China

Die EU Kommission hat die Guidelines ergänzt und die Laufzeit wieder um ein Jahr verlängert„ Die Guidelines gelten für die Ukraine, Russland, Kasachstan und neu auch für Moldawien und China. Sendungen, die aus einem dieser Länder stammen und über ein Drittland importiert werden (häufig: Türkei), müssen denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte.

Die wichtigsten Punkte unseres Konzeptes für die Schweiz fassen wir hier für Sie kurz zusammen:
1. Die Guidelines gelten für das Jahr 2019 und bis auf Widerruf darüber hinaus.
2. Rechtlicher Charakter: Unsere Vorgaben sind als (dringende) Empfehlung zu verstehen. Die Empfehlungen können zu einem späteren Zeitpunkt als Weisung weiterentwickelt werden.
3. Dokumentenprüfung: Vor der Vermarktung muss eine komplette Dokumentenprüfung über die gesamte Handelskette durchgeführt werden.
4. Probenahmen: Die Importeure dürfen selbst die erforderlichen Proben ziehen.
5. Weiterleitung der Kontrollbescheinigung:


BLW und Agroscope haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei Ihnen über die getätigten Importe zu informieren und die entsprechenden Dokumente nachzufragen.

Mindestens eine Probe soll von jeder dieser Sendungen gezogen werden. Die Proben sollen in einem akkreditierten Labor auf Pestizid-Rückstände (Wirkstoffspektrum) und auf Glyphosat untersucht werden.

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Generell: Zur Meldung von Rückstandsfällen benutzen Sie bitte das entsprechende Formular, welches auf unserer Homepage heruntergeladen werden kann

Anpassung Bio-Verordnung 2018 und zusätzliche risikobasierte Kontrollen von Importen von Bio-Produkten

Die zusätzlichen risikobasierten Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus der Ukraine, Kasachstan und Russland werden auch in 2018 fortgeführt.

Die Bio-Verordnung wurde auf den 1. Januar 2018 angepasst. Die aktuelle Version finden Sie hier.

Die EU Kommission hat die Guidelines über zusätzliche risikobasierte Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus ex-Sowjetstaaten auch für das Jahr 2018 verlängert. Die Entscheidung wurde angesichts der Anzahl der Rückstandsfälle in OFIS (Organic Farming Information System) in 2017 aus diesen Herkunftsländern und der unverändert hohen Nachfrage nach Eiweisspflanzen in der EU und den USA getroffen. Wie bereits 2017 werden die Ukraine, Russland und Kasachstan als Ursprungsländer für die zusätzlichen Kontrollen definiert. Sendungen, die aus einem der drei Länder stammen und über ein Drittland importiert werden (häufig: Türkei), müssen denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte. Die wichtigsten Punkte unseres Konzeptes für die Schweiz sind:

1. Neu gelten die Guidelines für das Jahr 2018 und bis auf Widerruf darüber hinaus.

2. Rechtlicher Charakter: Unsere Vorgaben sind als (dringende) Empfehlung zu verstehen. Die Empfehlungen können zu einem späteren Zeitpunkt als Weisung weiterentwickelt werden.

3. Dokumentenprüfung: Vor der Vermarktung muss eine komplette Dokumentenprüfung über die gesamte Handeiskette durchgeführt werden.

4. Probenahmen: Die Importeure dürfen selbst die erforderlichen Proben ziehen.

5. Weiterleitung der Kontrollbescheinigung: BLW und Agroscope haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei Ihnen über die getätigten Importe zu informieren und die entsprechenden Dokumente nachzufragen. Sofern die Importe über TRACES abgewickelt werden, hat das BLW Einsicht in die Certificates of Inspection (COls).

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Generell: Zur Meldung von Rückstandsfällen benutzen Sie bitte das entsprechende Formular, welches auf unserer Homepage heruntergeladen werden kann.

Zusätzliche risikobasierte Kontrollen von Importen von Bio-Produkten aus Kasachstan, Russland und der Ukraine

Die EU Kommission hat - basierend auf den Berichten der Drittlands-Zertifizierungsstellen und der Einträge im OFIS (Organic Farming Information System) zwischen 2014 und 2016 — die Wirkung der Kontrollmassnahmen ausgewertet: Die Anzahl der OFIS-Meldungen war besonders im Jahr 2016 erhöht und die am stärksten von Rückstandsmeldungen betroffenen Länder waren die Ukraine, Russland und Kasachstan. Die im Rahmen der Guidelines durchgeführten Probenahmen zeigten einen klaren Effekt. ¶

Die Kommission hat die Guidelines für das Jahr 2017 revidiert. Als Ursprungs-Länder für zusätzliche Kontrollen werden die Ukraine, Russland und Kasachstan definiert. Gegenüber dem Vorjahr wurde aber neu festgelegt, dass Sendungen, die aus einem der drei Länder stammen und über ein Drittland importiert werden, denselben Massnahmen unterzogen werden wie Direktimporte. Hintergrund dafür war die Erkenntnis, dass viele Lieferungen aus der Ukraine, Russland, Kasachstan und China über die Türkei in die EU importiert wurden, und den zusätzlichen Kontrollmassnahmen entgingen.

Das BLW hat sein Konzept für die Schweiz für das Jahr 2017 entsprechend angepasst. Die wichtigsten Punkte sind:

1. Rechtlicher Charakter:

Die Vorgaben des BLWs sind als (dringende) Empfehlung zu verstehen. Die Empfehlungen können zu einem späteren Zeitpunkt als Weisung weiterentwickelt werden.

2. Dokumentenprüfung:

Die komplette Dokumentenprüfung vor der Vermarktung wird beibehalten.

3. Probenahmen:

Die Importeure dürfen selbst die erforderlichen Proben ziehen.

4. Weiterleitung der Kontrollbescheinigung:

BLW und Agroscope haben jederzeit die Möglichkeit, sich bei den Zertifizierungsstellen über die getätigten Importe zu informieren und die entsprechenden Dokumente nachzufragen.

Wir bitten unsere Kunden, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Neuerungen bei Importen aus Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldova, Russland, Tadschikistan, Usbekistan und der Ukraine

Seit 3.12.2015 sind die Guidelines der EU-Kommission „on additional official controls on organic products imported from Ukraine, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Moldova, Tajikistan, Uzbekistan and Russian Federation“ in Kraft.

Für die Schweiz ergeben sich daraus folgende Massnahmen für Importe biologischer Lebens- und Futtermittel untenstehender Produktegruppen aus Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldova, Russland, Tadschikistan, Usbekistan und der Ukraine

  • Betroffene Produktegruppen: Getreide, Müllereierzeugnisse, Malz, Stärke, Inulin, Kleber von Weizen, Ölsamen und Ölhaltige Früchte; verschiedene Samen und Früchte; Pflanzen zum Gewerbe- oder Heilgebrauch; Stroh und Futter, Rückstände und Abfälle der Nahrungsmittelindustrie, zubereitete Tierfutter
  • Bei der Anmeldung dieser Produkte wird mit der Kontrollbescheinigung der gesamte Warenfluss ab dem Produzenten (inkl. aller Zertifikate aller an der Handelskette beteiligten Unternehmen) geprüft. Dazu sollen all diese Unterlagen an die Zertifizierungsstelle eingereicht werden. 
  • Mindestens 1 Probe soll von jeder dieser Sendungen vor der Vermarktung gezogen werden. Die Probenahme erfolgt gemäss Weisung zum Vorgehen bei Rückständen im Bio-Bereich. Die Proben sollen in einem akkreditierten Labor auf Pestizid-Rückstände (Wirkstoffspektrum) und auf Glyphosat untersucht werden.

Die Vorgaben sind für das laufende Jahr als Empfehlung zu verstehen. Die Empfehlungen können zu einem späteren Zeitpunkt als Weisung weiterentwickelt werden.

Wir bitten Sie, bereits vor dem Import solcher Produkte mit uns in Kontakt zu treten.

Bio Verordnung 2016

In der Verordnung über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung biologisch produzierter Erzeugnisse und Lebensmittel (Bio-Verordnung) gab es für 2016 keine Änderungen.

Änderungen gab es jedoch in der Verordnung des WBF über die biologische Landwirtschaft. Diese Änderungen sind hier ersichtlich und die aktuelle Verordnung kann über folgenden Link eingesehen werden.